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Thema Verkehr: Tempo 30
 

Viele Jahre lang, seit den 90er Jahren des letzten Jahrhunderts, hatte sich die konservative Mehrheit der Ortsbeiräte gegen eine Verkehrsberuhigung in Harheim gesträubt. Erst eine Unterschriftensammlung, in der über 1000 Harheimer eine Tempo-30-Zone forderten, bewegte die CDU-Mehrheit im Ortsbeirat, den Widerstand aufzugeben. Als die Tempo-30-Schilder im Februar 2006 in Harheim aufgestellt wurden, war dies eine der letzten verkehrsberuhigten Zonen, die in Frankfurt noch eingerichtet werden mussten.

Aber die Schilder konnten die Diskussion nicht beenden. Im Gegenteil. Die Gegner einer Geschwindigkeitssenkung beteuerten immer wieder, dass sich kaum ein Autofahrer an die geltende Höchstgeschwindigkeit halten würde. Den Befürwortern einer Verkehrsberuhigung hingegen war die Kennzeichnung der Zone mit nur wenigen Schildern zu wenig, sie forderten viel mehr Tempo-30-Schilder, Markierungen, Veränderungen in der Straßenführung und vor allem aber auch mehr Kontrollen.

Im Jahr 2007 besorgten wir GRÜNEN uns  eine Messpistole und begannen an verschiedenen Streckenabschnitten in Harheim, genaue Messdaten der gefahrenen Geschwindigkeiten zu dokumentieren, um wenigstens einmal über empirische Daten diskutieren zu können statt über subjektive Eindrücke. Die Messergebnisse sorgten zunächst für ungläubiges Erstaunen: Etwa 85% der Verkehrsteilnehmer fuhren keineswegs wesentlich schneller als 30 km/h. Nur etwa 15% der gemessenen Fahrzeuge waren deutlich schneller als erlaubt.

Unsere Messungen und die Radarkontrollen des Ordnungsamtes zeigten für das Neubaugebiet Harheim-Süd übereinstimmende Ergebnisse.  An den Meßpunkten in Tempo-30-Zonen lag die „Übertreterquote“, also der Anteil der Fahrzeuge, die zu schnell fuhren, zwischen 12% und 20%, im Niederfeld in Harheim sogar noch weit darunter.

Die gute Nachricht ist also: Die Tempo-30-Zone wirkt! Verkehrsberuhigung zahlt sich aus. Aber zu einer wirkungsvollen Verkehrsberuhigung braucht es neben den 30-km/h-Schildern eine intelligente Verkehrsführung, gelegentliche Kontrollen und die Einsicht der  Verkehrsteilnehmer und Anwohner, Verkehrsberuhigung zu unterstützen. Geschwindigkeitssenkende Engstellen und optische Verengungen sind jedoch wirkungslos, wenn die Anlieger einer Straße ihre parkenden PKWs auf den Gehweg stellen und damit die Straße wieder optisch verbreitern und zum schnelleren Fahren einladen.

 

Radar6981
  • Das ist bisher eingeführt worden:

    Installation von Geschwindigkeitsanzeigen und Durchführung von Langzeitmessungen
     
  • Radarmessungen durch das Ordnungsamt
     
  • Einrichtung von verkehrsberuhigten Zonen (Spielstraße)
     
  • Einrichtung von Halteverbotsbereichen an besonders kritischen Stellen (Harheimer Stadtweg, Philipp-Schnell-Straße)
     
  • Errichtung eines Schutzzauns entlang der Umgehungsstraße im Baugebiet Nord, um zu verhindern, dass spielende Kinder versehentlich der Umgehungsstraße zu nahe kommen können
     
  • Einrichtung einer verkehrsberuhigten Zone in einem Teil der Straße „An der Pfarrwiese“, um Fußgänger und Kfz-Fahrer mit gleichen Rechten auszustatten
     
  • Fußgängerüberweg in der Maßbornstraße, damit Schulwege für Kinder sicherer werden
     
  • Erhalt der Fußgängerüberwege in der Philipp-Schnell-Straße am Kindergarten
     
  • Sinnvolle Tempo-30-Zonen-Gestaltung im Niederfeld und in der Spitzenstraße