Natur und Grünflächen erhalten
Wie Bodenversiegelung das Klima anheizt

               In Deutschland wird        jeden Tag eine Fläche von rund 45 Hektar Boden als Siedlungs- oder Verkehrsfläche beansprucht. Das ist so viel wie 60 Fußballfelder. Der Stadtteil Harheim hat eine Fläche von 480 Hektar. Dafür würde es schon 10 Tage brauchen.

Etwa die Hälfte dieser Fläche wird dabei für Wohngebäude, Gewerbe oder für Straßen „versiegelt“ und ist dann als Wald oder landwirtschaftliche Fläche dauerhaft verloren. Aber was ist daran so schlimm? Wenn wir doch die Fläche brauchen, weil Wohnraum fehlt? Und wenn doch in Deutschland noch genügend Flächen herumliegen, auf denen vielleicht gerade mal Zuckerrüben angebaut werden?

Der große Unterschied entsteht, wenn es regnet. Das Regenwasser, das auf die Straßen und Hausdächer fällt, wird in die Kanalisation, zur Kläranlage und danach wieder in die Nidda oder den Main geleitet.
 

Das Regenwasser jedoch, das auf den unversiegelten Boden der Felder, Äcker und Grünflächen fällt, versickert im Boden und verdunstet langsam wieder, und dabei entsteht Verdunstungskälte, es entsteht Kaltluft. Diese kühle Luft wird über Winde in die Innenstadt geweht und sorgt dort für kühle Brise.

Das verdunstende Wasser bei uns bildet im Himmel Wolken, die der Wind weiter bläst und die in ein paar Kilometer Entfernung wieder abregnen, und das Spiel beginnt von neuem. So ganz nebenbei sorgen Wolken und Regen über den Feldern dafür, dass der Boden nicht vertrocknet. Die Kartoffeln der Bauern, die Äpfel in den Streuobstwiesen verdorren nicht und die Artenvielfalt bei Tieren und Pflanzen wird so geschützt. Das abgeleitete Wasser aus der Kanalisation sorgt dagegen im schlimmsten Falle an anderen Orten für Überschwemmungen.

 

Deswegen sind die Grünflächen, die Streuobstwiesen, die fruchtbaren landwirtschaftlichen Böden für uns Menschen in Frankfurt extrem wertvoll. Weil sie unser Wohnklima erhalten.

Denn in Frankfurts Innenstadt zeigen sich die Auswirkungen auf das Wohnklima in einer zunehmenden Überwärmung, die ihre Ursachen auch in „…den Nachverdichtungen in Wohnquartieren und durch Umwidmung von Freiflächen zu Siedlungsgebieten(1)…“ haben. Deswegen: „Bauen, bauen, bauen“ schafft zwar mehr Wohnraum, aber „pflanzen, pflanzen, pflanzen“ rettet das Klima und unser Leben.

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Klimaschräg

(1) M128, Vortrag des Magistrats, 23.06.2017

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