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Nur gute Nachrichten !

Endlich einmal nur gute Nachrichten zum Jahresanfang im Wort zum Monat! Wir haben doch allen Grund, optimistisch und gelassen, ja geradezu euphorisch in die Zukunft zu sehen! Nach dem superguten 2017 kommt ein noch viel besseres 2018. Ganz sicher.

Zum ersten Mal steckt auch endlich unser Land in einer tiefen Regierungskrise. Eigentlich haben wir gar keine Regierung mehr. Nur hat es noch keiner gemerkt. Wir werden nur noch verwaltet. Sehen wir das positiv. Keine Regierung ist besser als eine Schlechte, über die wir uns alle aufregen müssen. Jetzt werden keine neuen Steuern und Abgaben eingeführt, keine neue Maut erfunden und keine Maßnahmen gegen den Dieselskandal verkündet, kein Verbot von Glyphosphat, keine Abschaffung der Braunkohleförderung. Alles geht einfach irgendwie so weiter wie bisher. Wunderbar. Veränderung ist doch nur Chaos.

Und dann der Bitcoin! Haben Sie auch schon welche gekauft? Besser als ein Dukatenesel!
Wir werden alle reich, ohne was zu tun. Das virtuelle Geldstückchen steigt jeden Tag im Wert viel mehr als unsere Rente selbst nach 100 Arbeitsjahren. Viel besser als Lotto. Viel besser als Telekom-Aktie. Auf jeden Fall viel besser als diese olle Schiffscontainersache, die die Volksbank vor ein paar Jahren andienen wollte. Das ist doch eine echte Gelegenheit. Man muss nur dran glauben.

Das Problem mit Glyphosphat? Das ist in Frankfurt so gut wie gelöst! Die Stadt baut auch die letzten landwirtschaftlichen Flächen einfach zu, dann braucht man da auch keine Landwirtschaft und keine Unkrautvernichtungsmittel mehr. Schließlich schadet das uns allen. Und auf die paar Bienchen und Wespen im Sommer um den Zwetschenkuchen verzichten wir doch alle gerne. Die stören sowieso nur mit ihrem Gebrumme. So viele verschiedene Insekten braucht sowieso niemand. Den süßen Feldhamster auch nicht, diesen Wirtschaftsschädling. Die Äcker als Bauflächen bescheren der Immobilienwirtschaft einen kräftigen Aufschwung und noch viel mehr traumhafte Gewinne. Das kommt uns allen zugute. Naja, wenn nicht allen, dann wenigstens einigen. Wenn wir alle treu und fest dran glauben, wird in Frankfurt der Preis fürs Wohnen durch das größere Angebot plötzlich wie von alleine fallen. Anders als in München, Paris, New York oder Peking. Warum auch immer. Das ist wie mit dem Bitcoin. Man muss nur dran glauben, dann funktioniert es auch.

Verkehrsproblem, Staus und Parkplatznot in Frankfurt? Nur Geduld, das löst sich von alleine. Denn mit den Preissteigerungen bei hochwertigen Immobilien werden ja auch Tiefgaragen und Stellplätze teurer. Wer kann sich denn noch ein Auto und eine teure Luxusgarage leisten. Mit dem Wegfall der vielen überbreiten Autos wird automatisch die Stickoxid- und Feinstaubbelastung sinken und die Zahl der Verkehrstoten zurückgehen. Da bleibt nur noch das Restproblem mit den wildgewordenen Radfahrern.
 
Dann gibt es noch gute Nachrichten zum Klimawandel! Mit einem Lächeln erkennen wir, dass wir in wenigen Jahren in Frankfurt ein mediterranes Klima wie in Barcelona haben werden. (Gut, in der Innenstadt könnte es sogar noch wenige Grade wärmer werden.) Wir müssen nicht mehr mit Ryanair wie die Sardine in der Dose zum Mittelmeer fliegen, um warme Winter oder heiße Sommer zu genießen. Das passende Meer kriegen wir bald durch das neue Spaßbad in Bad Vilbel. Wo man hinsieht: eine goldene Zukunft steht uns bevor.


Mit nachdenklichen Grüßen
Helmut Seuffert

 

“Alles geht einfach irgendwie
so weiter wie bisher. Wunderbar. Veränderung ist doch nur Chaos.”