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Greta hat aufgepasst in der Schule. Aber es nützt ihr nichts.

„Die Jugend liebt heutzutage den Luxus. Sie hat schlechte Manieren, verachtet die Autorität, hat keinen Respekt vor den älteren Leuten und schwatzt, wo sie arbeiten sollte. Sie widersprechen ihren Eltern, schwadronieren in der Gesellschaft und tyrannisieren ihre Lehrer.“ Das hat der griechische Philosoph Sokrates geschrieben. Vor etwa 2500 Jahren. Da hat sich bis heute wohl nicht viel geändert. Immer schon war die klugen Erwachsenen enttäuscht von der faulen Jugend. Jetzt ändert sich das.

Da gibt es so ein kleines schwedisches Gör mit Pippi-Langstrumpf-Zöpfen, die plötzlich alles auf den Kopf stellt. Sie hat im Unterricht einfach zu gut aufgepasst und verstanden, was ihre wahrscheinlich neunmalklugen Lehrer ihr beigebracht haben. Dass sich das Klima aufheizt und der fatale Klimawandel nur aufzuhalten ist, wenn die Menschen die Notbremse ziehen. Und zwar rasch. Sofort. Pronto. Die Erde hat Fieber und es wird immer schlimmer. Spürbar. Grund genug also für Pippi Langstrumpf zum Robin Hood in Sachen Zukunft und Umwelt zu werden. Respekt vor den älteren Menschen? Vor was denn? Die machen Gretas Zukunft mit ihrem Nichtstun und ihrer Gleichgültigkeit kaputt. Die ältere Generation ist ja schon tot, wenn es wegen dem Klimawandel erst richtig ungemütlich wird. Viele der Älteren, die an den Schalthebeln der Macht sitzen, haben noch gar nicht kapiert, dass die Party zu Ende ist und jetzt aufgeräumt werden muss. 

Im Januar sprach der der renommierte Klimaforscher Mojib Latif im Frankfurter Römer vor 1300 Gästen aus Politik und Wirtschaft Klartext und rechnete vor, dass nur noch ein Zeitfenster von etwa zehn bis zwanzig Jahren bleibt, um eine kohlenstoffarme Zukunft zu schaffen. Stehende Ovationen für den Redner. Alle nicken, klatschen und finden es gut, dass einer so klare Ansagen macht. Hambacher Forst schützen? Aber klar doch. Alle sind dafür, was zu tun. Öko ist schick, Bio im Trend und Electro-SUV ist hip. Am Ende des Abends gehen alle beruhigt nach Hause und machen am anderen Tag beim Gewinnspiel von FFH mit, um eine Kurzflugreise und 4-tägige Shoppingtour in New York zu gewinnen.

Greta will nicht in New York shoppen. Sie ist konsequent und macht Schulstreik. Wozu für die Zukunft lernen, wenn es gar keine Zukunft mehr gibt? Tausende Schüler*innen und junge Menschen machen es ihr nach in Fridays For Future. Sie fordern die Politik auf, endlich zu handeln. Und zwar schnell. Und die Politik handelt. Mit Aussitzen, mit Abwarten, mit dem Anheben von Grenzwerten, mit dem Verschieben der Klimaziele und des Braunkohleausstiegs, mit Abwiegeln. Schließlich stehen ja Arbeitsplätze oder riesige Unternehmen auf dem Spiel. Und überhaupt. So schlimm wird’s schon nicht kommen. Bis jetzt ging´s ja auch gut. Den deutschen Ingenieuren ist auch immer irgendwas nettes eingefallen, um Umweltprobleme zu lösen. Betrugssoftware beispielsweise.

Dabei ist das Problem lösbar. Ganz einfach. Die Schulleiter werden dazu gezwungen, die freitags zu oft demonstrierenden Schüler nicht mehr zu den Prüfungen zuzulassen. Dann ist endlich Ruhe im Karton. Sechs. Setzen. Schulschwänzen ist verboten! Die jungen Menschen sollen doch erst mal was Ordentliches lernen. Aber ….. genau das haben sie ja getan!




Mit nachdenklichen Grüßen


Helmut Seuffert

 

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...Die Jugend liebt
heutzutage den Luxus. Sie hat
schlechte Manieren, verachtet die Autorität und hat keinen Respekt vor den älteren Leuten. ...Warum auch?”