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Achtung. SUV könnten Leben retten

SUV Unfall mit vier Toten in Berlin. Eine Nachricht, die noch während der IAA Öl ins Feuer gießt und heiße Diskussionen hochflammen, über die im Volksmund liebevoll genannten „Citypanzer“. Wie kaum ein anderes Objekt stehen diese Fahrzeuge symptomatisch für Umweltsau, Protzer, Poser und egoistische Neureichs. Aber der Unfall hätte genauso gut mit einem Golf, Focus oder Clio passieren können. Schuld ist nicht das Auto.

Der Fahrer litt möglicherweise unter gesundheitlichen Problemen, sagt sein Anwalt. Jemand der so ein Auto fährt, für den ist ein ärzliches Attest bestimmt kein Problem, tönt es sofort zurück. Vielleicht hätte der Unfall vermieden werden können, wäre der Fahrer langsamer gefahren. Mag sein, aber in der Invalidenstraße in Berlin ist eben nun mal 50 km/h zulässig.

Nur eine einzige Frage wird nie gestellt: Hätte die Technik für autonomes Fahren diese vier Menschen auf dem Gehweg vielleicht retten können?

Jedes halbwegs gut ausgestattete Mittelklassefahrzeug zeigt die Verkehrsschilder an, kann das Tempo regeln, hält die Spur, den Abstand zum Vordermann und kann selbst besser einparken als der menschliche Fahrer. Ein Fahrzeug zu konstruieren, das nicht schneller fährt als die Polizei erlaubt, das bei Rot an der Ampel automatisch hält und das gar nicht erst auf den Bürgersteig fährt oder in die Fußgängerzone – was kann daran so schwer sein. Derweil wird lieber diskutiert, ob autonomes Fahren perfekt funktionieren kann, oder in Schwierigkeiten kommt, wenn die künstliche Intelligenz sich entscheiden muss, ob sie lieber eine alte Oma oder lieber ein Kind überfährt. Das heißt doch nur: Die Technik ist bereits verfügbar. Wir nehmen das autonome Fahrzeug um die Schwachstelle Mensch zu perfektionieren.

Dann hätte auch beim Porsche Macan in Berlin die Notbremse zugepackt und vier Menschen könnten mit großer Sicherheit noch leben. Und zwar egal, ob SUV oder nicht.




Mit nachdenklichen Grüßen


Helmut Seuffert

 

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...Hätte die Technik für autonomes
Fahren diese vier Menschen auf
dem Gehweg
vielleicht retten können....?”